Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Mehrheitlich hat der Gemeinderat am 05.10.2006 im Grundsatz den Beitritt zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb beschlossen. Außerdem wurde die genaue Abgrenzung der Bereiche Kern-, Pflege- und Entwicklungszone festgelegt.

Was ist eigentlich ein Biosphärengebiet?

Die UNESCO anerkennt seit 1970 weltweit Biosphärenreservate zum Schutz typischer Kulturlandschaften. In Deutschland gibt es davon 14, in Baden-Württemberg wird das geplante »Biosphärengebiet«, wie es das neue Naturschutzgesetz nennt, auf der Schwäbischen Alb überhaupt das erste seiner Art sein. Biosphärenreservate sind Modellregionen, in denen aufgezeigt werden soll, wie Mensch und Natur sich gemeinsam entwickeln können. Denn klar ist: Großschutzgebiete wie dieses eines werden soll, können nur gemeinsam mit den darin lebenden Menschen erhalten und weiter entwickelt werden. Und deshalb wird in einem Biosphärengebiet auf eine nachhaltige Entwicklung gesetzt.

Naturschutz – Wirtschaft – Erholung! Wie kann man den verschiedenen Ansprüchen an das Gebiet gerecht werden?

Naturschutz ist in Biosphärengebieten immer nur ein Teil der Planungs- und Gestaltungsaufgaben. Wirtschaftliche, kulturelle und soziale Aspekte gilt es gleichrangig zu beachten! Um diesen unterschiedlichen Ansprüchen an das Gebiet gerecht werden zu können, unterteilt man Biosphärengebiete in verschiedene Zonen:

Veranstaltungen im Biosphärengebiet

Knapp 200.000 Euro Fördermittel für Projekte im Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Beirat des Vereins „Biosphärengebiet Schwäbische Alb e.V.“ stimmt 16 Projektanträgen zu

Über das Förderprogramm „Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ werden jährlich nachhaltige Projekte finanziell unterstützt. Für die Förderrunde 2017 hat der Beirat am 21.3.2017 „grünes Licht“ für 16 Projekte gegeben. Die Fördermittel in Höhe von rund 197.000 Euro stoßen damit Investitionen von mehr als 370.000 Euro in der Region an. Seit 2008 können Kommunen, Vereine und Verbände, Interessensgemeinschaften oder auch Privatpersonen Anträge zur finanziellen Unterstützung einer innovativen und pfiffigen Idee beim Förderprogramm „Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ stellen. Die Entscheidung, ob ein Projekt gefördert wird, trifft der Beirat des Vereins „Biosphärengebiet Schwäbische Alb e.V.“ unter Vorsitz von Landrat Thomas Reumann. Das 32-köpfige Gremium wurde vergangenen Herbst bei der Mitgliederversammlung neu gewählt und setzt sich aus Vertretern der Kommunen, Vereine und Verbände zusammen. „Die kreativen Projekte sind ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass im Biosphärengebiet Schwäbische Alb die Idee von einer nachhaltigen Regionalentwicklung gelebt wird“, erklärte der Vorsitzende des Biosphärengebietsbeirats Thomas Reumann.

Am Dienstag, 21. März 2017, trafen sich die Beiratsmitglieder in der Neuffener Kelter, um über 16 Projektanträge aus den Handlungsfeldern „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, „Nachhaltige Regionalentwicklung“, „Historisch-kulturelles Erbe“ und „Biodiversität und Forschung“ zu entscheiden.

Von der Förderzusage profitieren beispielsweise das Projekt „Historische Wasserwirtschaft der Echaz in Pfullingen“ des Geschichtsvereins Pfullingen e.V. oder die Städte Metzingen, Münsingen und Reutlingen mit ihren Projekten zur exemplarischen Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen. Der NABU Baden-Württemberg setzt sich mit den Geldern für den Erhalt der Lebensräume für Tiere und Pflanzen auf Flächen rund um Kirchengebäude ein. Mehreren Landwirten und Unternehmern wird die Anschaffung einer Brennereianlage, einer Obstauflesemaschine oder eines Verkaufsautomaten ermöglicht.

Kontakt Biosphärenzentrum Schwäbische Alb, Tel. 07381/ 932938-31

Homepage des Biosphärenzentrum

Auf der Homepage des Bisphärenzentrums unter www.biosphaerenzentrum-alb.de finden Sie alle angebotenen Veranstaltungen-

 

Die Kernzone

Die Kernzone umfasst Gebiete, die dem unbeeinflussten Naturzustand sehr nahe kommen sollen. Diese Flächen werden von jeglicher wirtschaftlicher Nutzung freigehalten. Hier geht es also vorrangig um den Schutz natürlicher und naturnaher Lebensräume und Lebensgemeinschaften. Die Kernzonen im geplanten Biosphärengebiet auf der Schwäbischen Alb umfassen vor allem die Hangbuchen- und Hangschuttwälder an den steilen Hängen des Albtraufs, die Schluchtwälder seiner tief einschneidenden Seitentäler und die klassischen Kuppen der »Kuppenalb« und machen etwa 4 % der Gesamtfläche aus.

Die Pflegezone

In der Pflegezone, die im geplanten Biosphärengebiet mit etwa 34 % der Fläche im Vergleich zu anderen Biosphärengebieten hoch ist, werden wertvolle Ökosysteme der Kulturlandschaft durch schonende Landnutzung für die Zukunft erhalten. Ziel ist insbesondere die Erhaltung artenreicher und bedrohter Tier- und Pflanzengemeinschaften, deren Fortbestand von der Aufrechterhaltung einer pfleglichen Nutzung abhängt. Der Flächenanteil der Pflegezone liegt so hoch, weil die Flächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes vor allem in dieser Zone zum Tragen kommen. Der größte Teil der Pflegezone steht heute bereits unter Flächenschutz (Landschaftsschutz, Naturschutz, Natura 2000).

Die Entwicklungszone

Der »größte« Flächenanteil im Biosphärengebiet wird die Entwicklungszone als Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum mit etwa 62 % der Fläche einnehmen. In der Entwicklungszone gelten keine besonderen rechtlichen Beschränkungen. Im Vordergrund stehen hier eine ausgewogene, umweltschonende Regionalentwicklung und die Stärkung und Entwicklung des ländlichen Raumes, mit dem Ziel, den Bedürfnissen der heutigen Generation zu entsprechen, ohne aber die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden.

Welche Chancen bietet das Biosphärengebiet Schwäbische Alb für Eningen?

  • Der Schwäbische Albverein und die Naturfreunde könnten Wanderungen in Kooperation mit den Essenstragefrauen anbieten.
  • Aus den Streuobstwiesen könnten heimische Produkte wie Apfelsaft, Apfelgelee, Apfelmus angeboten werden.
  • Der sich im Entstehen befindliche Kunst- und Sinnespfad könnte interessierte Besucher nach Eningen locken.
  • Interessierte Besucher könnten die Biogasanlage im Unteren Lindenhof besuchen.
  • Besucher könnten bei den Landfrauen und den ortsansässigen Landwirten heimische natürliche Produkte erwerben.
  • Außerdem verweisen wir auf die Gründung einer Klimaschutzagentur des Landkreises, die in diesem Jahr noch vollzogen werden soll.

Haben wir Ihr Interesse am Biosphärengebiet Schwäbische Alb geweckt? Eine Übersichtskarte des Biosphärengebietes in Eningen unter Achalm mit den einzelnen Zonen finden Sie hier.

Weiter Informationen über das Biosphärengebiet Schwäbische Alb finden Sie auf der Website des Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

Einen ausführlichen Bericht über die tolle Atmosphäre der 4. Biosphärenwanderung finden Sie hier.

 

 

 

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